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Konstanz ist die grösste Stadt am Bodensee und Kreisstadt des Landkreises Konstanz. Seit 1. April 1956 ist Konstanz eine Große Kreisstadt und bildet ein Oberzentrum innerhalb der Region Hochrhein-Bodensee des Regierungsbezirks Freiburg des Bundeslandes Baden-Württemberg.

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Das Wappen von Konstanz zeigt ein durchgehendes schwarzes Kreuz auf weißem Grund, und dazu am oberen Rand ein rotes Band.
Das schwarze Kreuz ist aus dem roten Bischofskreuz (des ursprünglichen Stadtherren) abgeleitet. Das rote Band (Zagel) am oberen Rand ist das so genannte Blutband, das die Blutgerichtsbarkeit der ehemaligen freien Reichsstadt symbolisiert.

Konstanz liegt am Bodensee, am Ausfluss des Rheins aus dem oberen Seeteil direkt an der Grenze zur Schweiz (Kanton Thurgau). Die Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen ist mit Konstanz zusammengewachsen, so dass die Staatsgrenze mitten zwischen einzelnen Häusern und Straßen hindurch verläuft.

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Auf der linken (südlichen) Rheinseite liegt vor allem die Altstadt, viele der neueren Stadtteile hingegen befinden sich auf der rechten (nördlichen) Rheinseite, auf der Halbinsel Bodanrück zwischen dem Untersee und dem Überlinger See. Die Konstanzer Altstadt und die westlich anschließenden Stadtteile sind die einzigen Gebiete der Bundesrepublik Deutschland, die südlich des Seerheins, auf der "Schweizer Seite", liegen.

Die Agglomeration Konstanz-Kreuzlingen umfasst ca. 116.000 Einwohner (2007). Das Stadtgebiet hat 34 km Uferlinie und umfasst 1,31 km² Wasserfläche. Tiefster Punkt ist der Seespiegel mit 395 m ü. NN (Mittelwasserstand), der höchste Punkt mit 570 m ü. NN liegt beim Rohnhauser Hof in Dettingen. Viele Konstanzer haben ihren Erwerb in der Schweizer Nachbarstadt oder in dessen Umgebung. Viele reiche Deutsche, Prominente und Unternehmer haben ihr Wohndomizil in der Schweiz, um der deutschen Steuerbehörde zu entkommen. Zudem gibt es einen regen Verkehr von Deutschland in die Schweiz um Schwarzgeld zu transferieren. Da findet mancher Zollbeamte im belegten Brötchen einige tausende Euro. Umgekehrt besorgen die Kreuzlinger ihren täglichen Bedarf häufig in Konstanz (Lebensmittel sind um einiges billiger, vor allem Fleisch bzw. Gammelfleisch und man bekommt die 19% MwSt. ersetzt).

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Die Schweiz selber gehört glücklicherweise aber nicht zum Gebiet der Europäischen Union. Daher gibt es zwischen beiden Städten nach wie vor unterschiedliche Währungen, einen Grenzzaun (in Teilen), Grenzübergänge, Personenkontrollen sowie Einschränkungen des Waren- und Geldverkehrs. Wenn die Schweiz wieder einen offensichtlichen Rückzug zur EU plant, werden gerne von der deutschen Seite die Grenzkontrollen so genau genommen, das grosse Wartezeiten bei der Aus- und Einreise in die Schweiz entstehen. Um zu zeigen, wie mächtig die EU ist und welche Konsequenzen es hat, nicht bei diesem Verein mitzumachen.

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Konzil von Konstanz
Von 1414 bis 1418 fand das Konzil von Konstanz statt. Das Konzilsgebäude, in dem lediglich das Konklave der Papstwahl stattfand, steht heute noch am Bodenseeufer, gleich neben dem Konstanzer Hafen und Bahnhof. Der eigentliche Sitzungssaal war der Bischofsdom, das heutige Münster. Die Wahl von Martin V. am 11. November 1417 war die einzige Papstwahl nördlich der Alpen.

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Am 6. Juli 1415 wurde anlässlich des Konzils der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer verbrannt, seine Asche wurde in den Rhein gestreut. Der Prozess fand im Dom zu Konstanz statt. Hus wurde keine Gelegenheit zu detaillierter Stellungnahme zu den Anklagepunkten gegeben. Die Zusage des freien Geleits des Königs Sigmund wurde gebrochen. Die Hinrichtung wurde durch die weltlichen Mächte vorgenommen nach letzter Aufforderung des Abgesandten des Königs zum Widerruf.
Ein imposanter, schwarzer, querliegender Findling mit der goldenen Inschrift Johannes Hus am vermuteten mittelalterlichen Richtplatz (in der heute danach benannten Straße "Zum Hussenstein", auf dem Brühl, westlich der Altstadt, nahe der Schweizer Grenze) erinnert daran.
Das Hus-Museum in der nach Hus benannten Hussenstraße 64 beim Schnetztor mit Dokumenten zu Hus und der Hussitenbewegung ist einer der mutmaßlichen Aufenthaltsorte von Jan Hus zu Beginn des Konstanzer Konzils und wurde 1923 von der Prager Museumsgesellschaft zum Gedenken an den Reformator eingerichtet.

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An das Konzil erinnert in Konstanz heute eine kleine Plakette auf der südlichen Marktstätte. 1993 wurde zudem im Hafen die Imperia aufgestellt, die zu reger Diskussion anregte. Humor kennt bekanntlich die katholische Kirche nicht, vor allem die Konstanzer Kirchen und die üblich konservativen Mitglieder der Konstanzer Stadtrates. Da die Statue jedoch auf dem Privatgrundstück der Deutschen Bahn errichtet wurde und nicht auf städtischem Gelände, war es dem Stadtrat nicht möglich, den Bau zu verhindern. Die Imperia stellt die Figur einer üppigen Kurtisane dar, die an die weltlicheren Seiten der geistlichen Fürsten erinnert. Immerhin musste für die zum Konzil angereisten geschätzten 600 bis 1500 'Hübschlerinnen (heute: Prostituierte)', wie man sie schamhaft nannte, ein eigenes Stadtviertel freigemacht werden.
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Ja,ja da tut sich die Kirche schwer - früher und heute noch!

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